Habemus episcopum – 2017

Weißen Rauch gab es zwar nicht, aber die Er­leichterung war groß, dass nach fast über einem Jahr der bischofslosen Zeit am 18. April zeit­gleich in Rom und Mainz der neue Bischof be­kannt gegeben wurde:

Habemus episcopum- Wir haben einen Bischof: Dr. Peter Kohlgraf. Gera­de einmal 50 Jahre alt!

Peter Kohlgraf stammt aus dem Bistum Köln. Nach verschiedenen Kaplanstellen promovierte er in Kirchengeschichte, war Schulseelsorger und Religionslehrer und stellv. Direktor des Bon­ner Priesterseminars. Nach seiner Habilitation im Fach Pastoraltheologie wurde er zum Professor an der Katholischen Fachhochschule in Mainz berufen und wirkte seelsorglich als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Wörrstadt bei Alzey mit. Seine Bischofsweihe wird wohl am 27. August dieses Jahres im Mainzer Dom sein.

Im Glaubensbekenntnis bekennen wir uns zu der heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Ein Bischof ist Nachfolger der Apostel und Kir­che ist wesentlich apostolisch verfasste Kirche.

„Ubi episcopus, ibi ecclesiia“

„Wo der Bischof ist, da ist die Kirche“– so hat schon Cyprian im 3. Jahrhundert dieses Selbstverständnis ins Wort gebracht.

Das Bischofsamt beinhaltet einen drei­fachen Auftrag: Das Lehren, das Heiligen und das Leiten. Ein Bischof soll Zeuge und Lehrer des katholischen Glaubens sein; er ist erster Priester des dreifaltigen Gottes in der Eucharistie und in der Weihe von priesterlichen Mitarbeitern; er leitet ein Bistum und ist verantwortlich für „seine“ Ortskirche.

Weil das so ist, deshalb haben Bischöfe in unse­rer Kirche eine große Verantwortung. Die kön­nen sie nicht einfach delegieren! Deshalb sind schwache Bischöfe, die ihr Amt nicht ausfüllen für die Kirche so schädlich und deshalb sind gute und kraftvolle Bischöfe ein so großer Se­gen für die Kirche. Einer meiner Professoren an der Universität, Georg May, hat einmal den Satz geprägt: „Die Krise der Kirche ist immer auch eine Krise der Bischöfe“. Das bedeutet nicht, dass Bischöfe Übermenschen sein müssten oder Einzelkämpfer, aber sie dürfen sich von ihrer genuinen Verantwortung: zu lehren, zu heiligen und zu leiten nicht drücken. Um heute Bischof zu sein, braucht man Mut und eine Gottesfurcht, die größer ist als alle Menschen­furcht. Und oft genug besteht diese Menschen­furcht ja darin, vor allen und besonders vor den Medien gut dastehen zu wollen.

Ich wünsche unserem neuen Bischof Dr. Peter Kohlgraf alles Gute und Gottes Segen zu sei­nem Dienst. Er steht vor großen Herausforde­rungen. Er muss in unserem Bistum schmerz­hafte Prozesse in Gang setzen, die aber unum­gänglich sind. Als relativ junger Mann wird er die Kirche von Mainz voraussichtlich eine lange Zeit führen. Dabei gilt es die Kirche zu erneuern und zu reformieren, aber unter dem Vorzeichen des Evangeliums und der Tradition.

Diese Aufgabe kann man nur im Vertrauen auf Den angehen, der der eigentliche Herr der Kirche ist, im Ver­trauen auf Jesus Christus.

Ihr Martin Weber, Pfarrer

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