Sundays for future 2019

Wenn ich diese Zeilen schreibe, sind die beiden Erstkommunionfeiern in Maria Himmelskron und St. Cäcilia vorbei. Es waren frohe Feiern, erfüllt von der Freude und dem Glauben der Kinder. Manche feuchten Augen gab es, als sie ihr Danklied sangen:   
     
„Von Jesus berührt und ge­segnet /
Wir sind ihm heute begegnet /      
Und wir haben gespürt, dass uns seine Liebe führt /
Wir sind von Jesus berührt!“
Aber so ehrlich dieses Empfinden und dieses Lied auch war, so kommt alljährlich die Frage: Wie nachhaltig ist das? Schon bald werden viele dieser Kinder nicht mehr in der Kirche zu sehen sein. Manche dann erst wieder bei der Firmung. Das ist die Realität, die schon auch traurig macht. Andererseits bleibt die Hoffnung, dass dieses von „Jesus berührt sein“ nachwirkt.

Zurzeit gibt es eine Bewegung, dass Schüler am Freitag für den Erhalt der Schöpfung und eine starke Klimapolitik demonstrieren. Wie eine mo­derne Heilige hat Greta Thunberg dieser Bewegung ihr Gesicht gegeben. Viele finden es gut, dass junge Menschen sich engagieren. Aller­dings frage ich mich manchmal, ob die Schüler – und nicht wenige Erwachsene, die dem positiv gegenüber stehen - dies auf ihr eigenes Leben beziehen. Ich mache die Erfahrung, dass so simple Dinge wie Müll trennen nicht selbstverständlich sind oder bin erstaunt, wie wahllos Lebensmittel weggeworfen werden. Und das sind nur die ganz kleinen Dinge, wenn es darum geht dem Klima zu nützen. Aber ein anderer Gedanke kam mir: Wie notwendig wären „Sundays for future“. Christsein muss sichtbar sein. Wo die Sonntage nur noch Aus-schlaf und Frühstückstage oder große Feiertage nur noch als Brückentage wahrgenommen werden, da legen wir die Axt an unsere (noch) christlich geprägte Kultur an. Christsein muss sichtbar sein. Dazu gehört der Sonntag, dazu gehört der Gottesdienstbesuch. Wenn schon nicht jeden Sonntag, so doch immer wieder und öfter.

In diesen Tagen sah ich ein Bild, das über 400 Mädchen und Jungen zeigt, die zur Erstkommunion gehen. Nicht bei uns, sondern in der irakischen Ninive-Ebene. Nachdem der „Islamische Staat“ dort mit brachialer Gewalt die Christen vertrieben hatte, sind jetzt viele von ihnen zurückgekehrt. Dazu gehört viel Mut und Gottvertrauen. Und die Gemeinschaft im Gottesdienst. Das war von Anfang an die DNA der Christenheit. Sich zu versammeln und dann aus dem Glauben heraus die Welt zu gestalten. So wie es am Ende einer jeden Messe heißt: Gehet hin in Frieden und wirkt den Frieden Gottes! Ich würde mir das als eine große Bewegung wünschen: „Sundays for future“. Damit tuen wir einen unersetzlichen Dienst für die Erhaltung der Schöpfung und unserer Kultur. Und ich wüsste auch schon, was die Hymne dieser Bewegung sein könnte. Das Lied der diesjährigen Kommunionkinder:

„Von Jesus berührt und gesegnet /
Wir sind ihm heute begegnet /
Und wir haben gespürt, dass uns seine Liebe führt /
Wir sind von Jesus berührt!“

 Ihr Martin Weber, Pfarrer

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