Gute Gründe 2019

Es gibt - zurecht oder zu unrecht - viele Gründe die Kirche zu kritisieren. Es gibt aber auch viele Gründe für die Kirche dankbar zu sein. Zehn da­von möchte ich nennen.    
Zehn gute Gründe, in der Kirche zu sein:

Hoffnung statt Zukunftsangst (1)       
In der Kirche hören Sie die gute Nachricht von der Liebe Gottes zu den Menschen und seiner Schöpfung. Trotz und angesichts des Leids in der Welt ist es gut, darauf vertrauen zu können. Dieses Vertrauen und die christli­che Hoffnung reichen sogar über den Tod hinaus, denn wir glauben an einen Gott des Lebens.

Besinnung statt Hektik (2)
Wir leben in einer schnellen und hektischen Zeit. Da sind un­sere Kirchen und Kapellen zweckfreie Räume, stille Oasen inmitten dieser lauten Welt. In denen wir zur Ruhe kommen können und Gottes Gegenwart spüren. Stellen Sie sich unsere Städte und Dörfer einmal ohne diese Gebäude vor. Aber sie brau­chen Pflege und Unterhaltung.

Halt statt Uferlosigkeit (3) 
Die kirchlichen Sonn- und Feiertage und Festzeiten prä­gen das Jahr und geben ihm einen beson­deren Charakter. Die Kirche erinnert daran und setzt sich für die Beibehaltung dieser Tage, auch der arbeitsfreien Sonntage ein. Denn sie weiß: Ohne Sonntag ist alles nur Alltag. Deshalb ist auch der Sonntagsgot­tesdienst so wichtig. Menschen brauchen solche Haltepunkte. Und dazu gehören auch die persönlichen Festtage: Taufe, Firmung, kirchliche Trauung. All das weist darauf hin, was wirklich wichtig ist im Leben: Gottes Segen.

Klarheit statt Gleichgültigkeit (4)       
Im Leben Jesu erkennen wir wahre Werte: Nächs­tenliebe und Ehrfurcht vor dem Leben, Be­reitschaft zu Frieden und Vergebung, Friedfertigkeit und Mut zur Wahrheit. Auch wenn die Kirche in der Befolgung dieser Werte selbst immer wieder auch versagt hat, sind das die Maßstäbe, die sie immer wieder in Erinnerung ruft.

Auftanken statt Abstottern (5)    

 Die wichtigen Worte können wir uns nicht selber sa­gen. So ist es auch in der Kirche. Hier wird uns zugesagt: Du, Mensch, bist von Gott geliebt. Vor allem was du tun kannst, vor aller Leistung. In einem alten Wort nennt man dies „Gnade“. Die Kirche will ein Ort sein, wo Menschen diese Gnade Gottes erfahren können.

 Wertschätzung statt Bewertung (6)     
 Die christliche Botschaft betont die Würde je­des Menschen. In der Kirche dürfen sie sein, wie Sie sind: Mit ihren Gaben und Eigenheiten, Stärken und Schwächen. So wollen wir Ihnen begegnen: In der Seelsorge, in der Begleitung von Men­schen in den unterschiedlichsten Le­benslagen oder auch in den Beratungs­diensten der Caritas.

Solidarität statt Egoismus (7)      
Die Liebe Gottes gilt der ganzen Schöpfung. Des­halb schaut Kirche über den Tellerrand hinaus. Vielfältige Hilfsprojekte gibt es, Partnerschaften, Kooperationen. Gleichzeitig erinnert die Kirche an die Schöp­fungsverantwortung für unser „gemein­sames Haus“

Gemeinsamkeit statt Einsamkeit (8)    
Kirche ist ein Ort, wo sich Menschen begegnen. Auch solche, die normalerweise nicht zueinander finden würden. Kinder und Jugendliche, Familien und Alleinstehende und Senioren. In vielfältigen Gruppen, Kreisen und Veranstaltungen lebt die Gemeinschaft von Menschen.

Tatkräftige Hilfe statt leerer Worte (9) 
:Kirche ist Träger von Kindertagesstätten, Hospizen, Krankenhäusern, Schulen, Beratungsstellen und vielen anderen sozialen Einrichtungen  Kirche begleitet aber auch vor Ort Menschen in „guten und bösen Tagen“, von der Taufe bis zur Beerdigung. Damit ist Kirche eine der wenigen verlässlichen Ansprechpartner, die es gibt.      

Kultureller Reichtum statt Einseitigkeit (10)
Kirchliche Kunst und Kultur sind aus unserem Leben nicht wegzudenken, seit Jahrhunderten sind sie prägende Kräfte. Die Kirche pflegt diese Kultur. Setzt sich aber auch für zeitgenössische Kunst ein. In Schulen, Akademien, der Presse und der Erwachsenenbildung nimmt Kirche einen wichtigen Bildungs­auftrag wahr.

Zehn gute Gründe, durchaus zum Weitersagen. 

Ihr Martin Weber, Pfarrer


Quelle: Stichworte und Inspiration vom Ev. Kirchenbezirk Göppingen

 

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