So menschlich! So göttlich!

Weihnachten ist und bleibt im Empfinden der Menschen „das“ christliche Fest schlechthin. Das hat einen einfachen Grund: Weihnachten kann man sich - im Gegensatz zu anderen christlichen Festen - vorstellen.

Es ist so menschlich! So anschaubar! Maria und Josef und das Kind! Mit einem Kind, einer Familie, damit verbindet jeder etwas. Und weiß intuitiv: Das ist Leben, Hoffnung, Zukunft. Doch gera­de an diesem Weihnachtsfest 2017 kommen mir auch andere Gedanken: Im Sommer hat der Deutsche Bundestag die „Ehe für alle“ beschlossen.

Nicht mehr Mann und Frau, sondern auch Mann und Mann, Frau und Frau seien damit gemeint. Damit will man allen ge­recht werden, aber verfehlt leider das Besondere der Ehe. Dass da „Verschie­dene“ zusammenkommen und dass so Leben weitergegeben wird. Das ist in die Natur und Kultur der Menschheit hineingeschrieben. Und bei allem Res­pekt: Das kann auch ein Parlament nicht ändern.- Das neugeborene Kind von Bethlehem erinnert an viele Kinder, die das Licht der Welt nie erblicken dürfen. Aber selt­sam, das scheint gar kein Thema mehr zu sein.

Der Chefredakteur der Welt, Ulf Poschard meint dazu: „Darf man eigent­lich noch ein mulmiges Gefühl haben, wenn man die Eiseskälte beim Thema Abtreibung gespenstisch findet? Oder ist das politisch inkorrekt und reaktionär?“ Wie surreal die Diskussion zuweilen ist, wird mir persönlich auch deutlich, wenn man die Anstrengungen um die Inklusion anschaut. Behinderte Menschen sol­len am normalen Leben teilhaben kön­nen. Das ist gut so. Aber: Dass vorge­burtlich eine regelrechte Jagt auf behin­dertes Leben gemacht wird, interes­siert niemanden. Frau, Mann, Kind - Weihnachten ist so menschlich! Aber das Menschliche muss immer wieder bedacht und beschützt werden. So wie Maria auf dem Bild auf der Vorderseite ihr Kind bewahrt und be­schützt. Das Leben ist in unsere Hand gegeben. Das ist eine große Verantwor­tung. Und das spürt man vielleicht am elementarsten, wenn man ein kleines Kind in seinen Händen hält.

Weihnachten ist aber auch so göttlich! In diesem kleinen Kind kommt der große Gott zu uns. Gott wird Mensch. Deshalb der Glanz der von der Krippe ausgeht, deshalb der Gesang der Engel! Gott ist „ins Fleisch“ gekommen - Inkarnation! - darüber kann man nicht genug staunen. Und wer staunt, für den ist es ein kleiner Schritt zum Loben und Danken, ein kleiner Schritt zur Anbetung. „Kommt, lasset uns anbeten“- so sagen es die Hirten und ziehen nach Bethlehem.

Ich wünsche Ihnen und allen Menschen, die zu Ihnen gehören, frohe und gesegne­te Weihnachten. Feiern Sie Weihnachten: göttlich und menschlich! Und gehen Sie unter Gottes Segen hinein in das neue Jahr 2018!

Ihr
Martin Weber, Pfarrer

750 Jahre Rembrücken

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