ERSTE LESUNG

Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen, doch ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate (Drittes Lied vom Gottesknecht)

Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 50, 4-7)

4       Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.

5       Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.

6       Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.

7       Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

ZWEITE LESUNG      

Christus Jesus erniedrigte sich; darum hat ihn Gott über alle erhöht

Lesung aus dem Brief an die Philipper (Phil 2, 6-11)

6       Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,

7       sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;

8       er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

9       Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,

10     damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu

11     und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ - zur Ehre Gottes, des Vaters.

RUF VOR DER PASSION

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit! - R

Christus wurde für uns gehorsam bis zum Tod,

bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott über alle erhöht

und ihm den Namen gegeben, der größer ist als alle Namen.

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!

PASSION (KURZFASSUNG)       

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus

E = Evangelist,  + = Worte Christi, S = Worte sonstiger Personen

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus (Mk 15, 1-39)

Die Verhandlung vor Pilatus

1       E Gleich in der Frühe fassten die Hohenpriester, die Ältesten und die Schriftgelehrten, also der ganze Hohe Rat, über Jesus einen Beschluss: Sie ließen ihn fesseln und abführen und lieferten ihn Pilatus aus.

2       Pilatus fragte ihn: S Bist du der König der Juden? E Er antwortete ihm: + Du sagst es.

3       E Die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor.

4       Da wandte sich Pilatus wieder an ihn und fragte: S Willst du denn nichts dazu sagen? Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen.

5       E Jesus aber gab keine Antwort mehr, so dass Pilatus sich wunderte.

6       Jeweils zum Fest ließ Pilatus einen Gefangenen frei, den sie sich ausbitten durften.

7       Damals saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis, zusammen mit anderen Aufrührern, die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.

8       Die Volksmenge zog zu Pilatus hinauf und bat, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst.

9       Pilatus fragte sie: S Wollt ihr, dass ich den König der Juden freilasse?

10     E Er merkte nämlich, dass die Hohenpriester nur aus Neid Jesus an ihn ausgeliefert hatten.

11     Die Hohenpriester aber wiegelten die Menge auf, lieber die Freilassung des Barabbas zu fordern.

12     Pilatus wandte sich von neuem an sie und fragte: S Was soll ich dann mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt?

13     E Da schrien sie: S Kreuzige ihn!

14     E Pilatus entgegnete: S Was hat er denn für ein Verbrechen begangen? E Sie schrien noch lauter: S Kreuzige ihn!

15     E Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufrieden zu stellen, Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

Die Verspottung Jesu durch die Soldaten

16     Die Soldaten führten ihn in den Palast hinein, das heißt in das Prätorium, und riefen die ganze Kohorte zusammen.

17     Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um und flochten einen Dornenkranz; den setzten sie ihm auf

18     und grüßten ihn: S Heil dir, König der Juden!

19     E Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf und spuckten ihn an, knieten vor ihm nieder und huldigten ihm.

20a   Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.

Die Kreuzigung

20b   Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen.

21     Einen Mann, der gerade vom Feld kam, Simon von Zyrene, den Vater des Alexander und es Rufus, zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.

22     Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgata, das heißt übersetzt: Schädelhöhe.

23     Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er aber nahm ihn nicht.

24     Dann kreuzigten sie ihn. Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich und gaben jedem, was ihm zufiel.

25     Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.

26     Und eine Aufschrift auf einer Tafel gab seine Schuld an: Der König der Juden.

27     Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, den einen rechts von ihm, den andern links.

(28)/29      Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: S Ach, du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen?

30     Hilf dir doch selbst, und steig herab vom Kreuz!

31     E Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn und sagten zueinander: S Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen.

32     Der Messias, der König von Israel! Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben. E Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden beschimpften ihn.

(Hier stehen alle auf.)

Der Tod Jesu

33     Als die sechste Stunde kam, brach über das ganze Land eine Finsternis herein. Sie dauerte bis zur neunten Stunde.

34     Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: + Eloi, Eloi, lema sabachtáni?, E das heißt übersetzt: + Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

35     E Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: S Hört, er ruft nach Elija!

36     E Einer lief hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Dabei sagte er: S Lasst uns doch sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt.

37     E Jesus aber schrie laut auf. Dann hauchte er den Geist aus.

Hier knien alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder.

38     Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.

39     Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: S Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

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