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Eine historische Urkunde aus dem Jahr 1268 enthält die Ersterwähnung des Ortsnamens "Rembrücken".
Das ist im Jahr 2018 - in der Woche (Oktav) nach Ostern -  750 Jahre her.

Aus Anlass der geplanten Feierlichkeiten "750 Jahre Rembrücken" im Mai und Juni 2018, vom früherem Dorf und heutigem Stadtteil von Heusenstamm, ist die entsprechende Urkunde von den Staatsarchiven Darmstadt und Würzburg aktuell überprüft und bestätigt worden. 

Der Anlass, dass es zu der historischen Urkunde kam, ist ein frommes Zeichen tätiger Christen des 13. Jahrhunderts aus Rembrücken, damals "Rintbrucken" geschrieben. 

Der Rembrücker Hofgut-Landwirt Hartlieb Bunner und seine Ehefrau machten und beherzigten bereits vor 1268 ein Gelübde, das sie jährlich zum Fest Michaelis, das  seit dem 5. Jahrhundert von Christen am 29. September gefeiert wird, durch Schenkung eines Teils ihrer Ernte einlösten. Sie gaben einen namhaften Anteile ihres Weizenmehlan die Zisterzienserinnen des Klosters Patershausen.

Das Teilen ihrer Ernte mit den kontemplativ lebenden Nonnen des Klosters war Teil ihres Glaubenslebens.

Ihre Nachfahren wurden 1268 im Benediktiner- Kloster Seligenstadt zusammen mit Zeugen vorstellig. Auch die amtierende Äbtissin Benedikta vom Zisterzienserinnen-Kloster Patershausen stieß dazu. Abt Hermann beglaubigte dabei das Gelübde und machte es aktenkundig. Dazu trug er den Vorgang in das Diplomatarium Padenhusanum ein. Das geschah in der Oktav von Ostern 1268. Entsprechend umgerechnet war das in der Zeit zwischen 8. April und 15. April 1268. In der Urkunde hat Abt Hermann hat auch den Wohnort "Rembrücken" der Bunners eingetragen.

So kam es durch ein  privates Gelübde des Teilens zur historischen Ersterwähnung des Ortsnamens Rembrücken in einer amtlichen Urkunde.

Hartlieb Bunner war bei der Eintragung bereits verstorben und auf dem Friedhof von Patershausen beerdigt, So gibt uns die Urkunde auch den Hinweis, dass in Rembrücken schon vor 1268 mindestens ein Bauernhof war. Das Gelübde von Hartlieb und seiner Frau wurde nach seinem Tod von der Familie weitergelebt. 

Rembrücken lag damals im geistlichen Gebiet des vom Hl. Bonifatius im 8. Jahrhundert gegründeten und bis 1803 bestehenden Erzbistums Mainz, das ab 1803 zum heutigen Bistum Mainz wurde. 1268 war Werner von Eppstein Erzbischof, Kurfürst und Erzkanzler von Mainz. Er spielte im Interregnum von 1245 bis 1273, der kaiserlosen Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, eine wichtige Rolle.

Die weltliche Obrigkeit von Rembrücken hatten 1268 die Herren von Hagenhusen (Hainhausen) inne und ab 1425 bis 1803 waren es die Erzbischöfe von Mainz, die in ihrer Würde als Kurfürsten von Mainz alle Ortschaften im Bezirk des "Amts Steinheim", dazu gehörte auch das Dorf Rembrücken, kauften.

Seit 1803 gehört Rembrücken zu Hessen, Kreis Offenbach am Main, und ist seit 1977 Stadtteil von Heusenstamm.