Herzliche Einladung  

Zum Abschluss der Feiern zum 750-jährigen Jubiläum von Rembrücken  und zur Kirchweih von Mariä Opferung laden die

Katholische Kirchengemeinde Mariä Opferung und die Evangelische Kirchengemeinde Trinitatis ein zu

Ökumenischen Gottesdiensten am 9. September 2018 in Heusenstamm-Rembrücken 

  • 9:30 Uhr Totengedenken in der Trauerhalle auf dem Friedhof Rembrücken
  • 10:00 Uhr Ökumenischer Dank-Gottesdienst  in der Kirche Mariä Opferung

Mit Pfarrer Martin Weber, Katholische Kirche Heusenstamm und Pfarrer Hans-Jörg Reckow, Trinitatis-Gemeinde-

mitgestaltet vom Chor Jubilate Deo

Alle Gemeindemitglieder und Gäste sind herzlich eingeladen.

Anschließend besteht Gelegenheit zum Besuch des Kirchweihfestes auf dem Dorfplatz.

Sperrfrist: Sonntag, 6.5.2018, 11.30 Uhr

Es gilt das gesprochene Wort.

„Bei der Aussaat“

Predigt von Bischof Peter Kohlgraf

beim Festgottesdienst zur 750-Jahrfeier von Rembrücken

Kirche Mariä Opferung, Rembrücken, Sonntag, 6. Mai 2018, 10.00 Uhr

750 Jahre Rembrücken. Wir feiern – und schauen dankbar zurück auf eine Geschichte mit Höhen und Tiefen. Und natürlich ist dieses Fest heute auch Bitte um Gottes Segen für die Zukunft, von der wir alle nicht wissen, was sie bringen wird.

Das Gleichnis vom Sämann (Mt 13,1-9) ist ein guter Text, um sich in eine gesegnete Zukunft aufzumachen. Jesus erzählt von den Mühen eines Landwirts in Galiläa vor 2000 Jahren, der aussät. Ganz großzügig verteilt er das Saatgut, das er besitzt, er gibt, was er hat, und muss anschließend das Wachstum abwarten. Auf Sonne und Regen hat er keinen Einfluss. Es gibt dann gute und schlechte Jahre, guten und schlechten Boden, die Dornen, die alles ersticken, die Vögel, die die Saat wegfressen. Und doch wächst die Saat, und am Ende steht die Ernte, die Frucht. Für Jesus wird die Mühe des Sämanns ein Bild für die Wirklichkeit der Gegenwart Gottes in unserer Welt, ein Bild für die Herrschaft Gottes. Es ist kein Zufall, dass Jesus offenbar hauptsächlich in solchen Gleichnissen gesprochen hat. Beobachtungen aus dem Alltag, aus der Natur und im Verhalten des Menschen werden zu Hinweisen auf die Gegenwart Gottes. Oder anders gesagt: in den alltäglichen Geschichten zeigt sich, wie Gott handelt, immer wieder auch durch Menschen, die seine Gegenwart in dieser Welt verwirklichen. In vielen Gleichnissen Jesu ist davon die Rede, dass aus Kleinem etwas Großes wird. Dazu braucht es Geduld und Vertrauen.

In den 750 Jahren von Rembrücken werden sich zahlreiche Beispiele finden lassen, in denen Menschen etwas Kleines begonnen haben, dessen Ausgang sie nicht ahnen konnten. Am Anfang steht etwa eine Geschichte des Teilens. Der Landwirt Hartlieb Bunner und seine Frau geloben um die Mitte des 13. Jahrhundert, jährlich am Michaelstag einen Anteil ihrer Ernte den Zisterzienserinnen von Patershausen zukommen zu lassen. Sie zeigten ihre Dankbarkeit und ihren Glauben, indem sie anderen mitgaben, was sie besaßen. Sie wollten ihren Besitz nicht für sich behalten. Vermutlich taten sie dies auch aus dem Glauben heraus, einen „Lohn im Himmel“ dafür zu erhalten – eine im Mittelalter verbreitete Vorstellung. Das Gelübde wurde aktenkundig, Rembrücken wird 1268 in dieser Urkunde zum ersten Mal erwähnt. Am Anfang steht diese Geschichte des Teilens. Vor wenigen Wochen hat Papst Franziskus ein Apostolisches Schreiben herausgegeben mit dem Titel: „Gaudete et exultate (Freut euch und jubelt) – über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute“. Es gelingt ihm, das große Wort der Heiligkeit in den Alltag zu übersetzen. Die Welt braucht Menschen, die heilig leben. Heilige sind Menschen, die Gottes Großzügigkeit und Großherzigkeit in diese Welt bringen – wie der Sämann, der sät ohne Ängstlichkeit. Der Papst nennt solche Menschen wie den Landwirt vor 750 Jahren und zahllose andere auch hier die „Heiligen von nebenan“. Es lohnt sich, den Papst selbst zu Wort kommen zu lassen: „Es gefällt mir, die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes zu sehen: in den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den Männern und Frauen, die arbeiten, um das tägliche Brot nach Hause zu bringen, in den Kranken, in den älteren Ordensfrauen, die weiter lächeln. In der Beständigkeit eines täglichen Voranschreitens sehe ich die Heiligkeit der (…) Kirche. Oft ist das die Heiligkeit ‚von nebenan‘, derer, die in unserer Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind.“ (GE 7). 750 Jahre Jubiläum eines Ortes erinnern an die vielfach gelebte alltägliche Großherzigkeit und Heiligkeit, die sich in Menschen gezeigt hat, die diesen Ort geprägt haben. Der Papst spricht im Sinne unseres Gleichnisses von der Geduld beim Säen. Es ist Kennzeichen der alltäglichen Heiligkeit, dass diejenigen, die aussäen, oft den Erfolg ihres Teilens nicht erleben, zumindest nicht kurzfristig. Oft ist Erfolg auch nicht messbar. Eltern, Erzieherinnen und Erzieher erleben keinen statistisch messbaren Erfolg. Sie brauchen Zeit, Geduld und Vertrauen. Sie haben nicht alles selbst in der Hand. Menschen, die sich um Kranke kümmern, müssen sich dann nach oft langer mühevoller Geschichte von ihnen trennen und sie abgeben. Viele solcher Erfahrungen geschehen alltäglich. Menschen geben etwas, sie geben sich selbst und tun dies ohne Hintergedanken, einfach aus alltäglicher Nächstenliebe, aus dem Bewusstsein, dass jetzt getan werden muss, was sie tun. Wir leben heute davon, dass Menschen früherer Generationen aus einer solchen Haltung gelebt haben.

Am Anfang steht eine Geschichte des Teilens. Ich erinnere an meinen Fastenhirtenbrief, in dem ich genau dies uns allen ans Herz gelegt habe. Wir werden die Zukunft gestalten müssen. Das klingt geradezu martialisch, nach Anpacken, nach Machen. Nicht selten geht es gar nicht um etwas so Großes. Es geht um das kleine Teilen des Lebens, der Gaben, von Zeit, von Aufmerksamkeit. Der Rückblick auf 750 Jahre schaut auf die Menschen vor uns und er soll eine Ermutigung sein, noch mehr Menschen des Teilens, der Aussaat des Guten zu werden oder zu bleiben. Dazu bedarf es der Geduld, der Nächstenliebe, des Gottvertrauens. Eine Stadt hat Zukunft, wenn es Menschen gibt, die zu solcher Heiligkeit „von nebenan“ den Mut haben. Dabei darf es nicht nur darum gehen, die eigenen Kreise zu bedienen. Immer mehr wird es darum gehen, die Menschen in die Mitte zu holen, die am Rande sind: die Armen unserer Gesellschaft, die Fremden, die vielen, die in unserer Gesellschaft nicht mehr mitkommen.

Das Evangelium ist eine Geschichte der Gegenwart Gottes. Die Motivation des Teilens und des Zusammenlebens der Menschen vor uns war mehr als heute der Glaube und das Vertrauen auf Gott. Der Glaube war vielen Menschen eine starke Kraftquelle.  Kürzlich habe ich ein Buch gelesen mit dem Titel: „Die verlorenen Welten“ (Artur E. Imhof, 1992). Es rekonstruiert die Lebensgeschichte einer hessischen Bauersfamilie im 16. und 17. Jahrhundert. Zum Alltag dieser Familie gehören immer wieder Hungersnöte und andere Katastrophen. Wie oft verfault die Ernte auf den Feldern, plündernde Soldaten vernichten regelmäßig die materielle Lebensgrundlage, die Angst vor der Pest ist allgegenwärtig, jedes zweite Kind überlebt die ersten Lebensjahre nicht. Staunend fragt der Historiker nach den Kraftquellen dieser Familie, die immer wieder neu angefangen hat. Und er weiß nur die eine Antwort zu geben: Der Himmel war allgegenwärtig, die Leute glaubten fest daran, dass es gut weitergeht. Diese Hoffnung, mehr noch, diese feste Überzeugung gab ihnen Kraft, weiter zu leben und immer wieder neu zu beginnen. Dieser Glaube wurde gefeiert in den Gottesdiensten, in denen sie die Speise des ewigen Lebens empfingen, in denen sie das Wort Gottes hörten, das ihnen die Augen öffnete für Gottes Lebenskraft.

Der Historiker nennt sein Buch „Die verlorenen Welten“. Tatsächlich ist uns diese Perspektive weitgehend verloren gegangen, damit aber auch für viele Menschen die Fähigkeit, über das Alltägliche, das Machbare und Planbare hinauszuschauen. Wie arm wird damit aber oft der Alltag, wie hoffnungslos jeder Schicksalsschlag. Die Kirche soll auch heute diese Perspektive offenhalten und Menschen Mut machen. Zur Aussaat heute wird es zunehmend wichtig werden, diesen Glauben und diese Hoffnung zu teilen, damit auch in den nächsten Jahrhunderten die große Perspektive auf Gott nicht verloren geht.

Mut zur Aussaat alltäglicher Liebe, Hoffnung, Geduld und Gottvertrauen. Diese lebensnotwendigen Haltungen wünsche ich Ihnen heute. So können wir in eine gute, gottgesegnete Zukunft gehen.

Zum Ablauf  des Festgottesdienstes mit der Uraufführung der Rembrücker Messe von Thomas Gabriel
klicken Sie bitte


HIER > 
Festgottesdienst 6. Mai 2018

 

Eine historische Urkunde aus dem Jahr 1268 enthält die Ersterwähnung des Ortsnamens "Rembrücken".
Das ist im Jahr 2018 - in der Woche (Oktav) nach Ostern -  750 Jahre her.

Aus Anlass der geplanten Feierlichkeiten "750 Jahre Rembrücken" im Mai und Juni 2018, vom früherem Dorf und heutigem Stadtteil von Heusenstamm, ist die entsprechende Urkunde von den Staatsarchiven Darmstadt und Würzburg aktuell überprüft und bestätigt worden. 

Der Anlass, dass es zu der historischen Urkunde kam, ist ein frommes Zeichen tätiger Christen des 13. Jahrhunderts aus Rembrücken, damals "Rintbrucken" geschrieben. 

Der Rembrücker Hofgut-Landwirt Hartlieb Bunner und seine Ehefrau machten und beherzigten bereits vor 1268 ein Gelübde, das sie jährlich zum Fest Michaelis, das  seit dem 5. Jahrhundert von Christen am 29. September gefeiert wird, durch Schenkung eines Teils ihrer Ernte einlösten. Sie gaben einen namhaften Anteile ihres Weizenmehlan die Zisterzienserinnen des Klosters Patershausen.

Das Teilen ihrer Ernte mit den kontemplativ lebenden Nonnen des Klosters war Teil ihres Glaubenslebens.

Ihre Nachfahren wurden 1268 im Benediktiner- Kloster Seligenstadt zusammen mit Zeugen vorstellig. Auch die amtierende Äbtissin Benedikta vom Zisterzienserinnen-Kloster Patershausen stieß dazu. Abt Hermann beglaubigte dabei das Gelübde und machte es aktenkundig. Dazu trug er den Vorgang in das Diplomatarium Padenhusanum ein. Das geschah in der Oktav von Ostern 1268. Entsprechend umgerechnet war das in der Zeit zwischen 8. April und 15. April 1268. In der Urkunde hat Abt Hermann hat auch den Wohnort "Rembrücken" der Bunners eingetragen.

So kam es durch ein  privates Gelübde des Teilens zur historischen Ersterwähnung des Ortsnamens Rembrücken in einer amtlichen Urkunde.

Hartlieb Bunner war bei der Eintragung bereits verstorben und auf dem Friedhof von Patershausen beerdigt, So gibt uns die Urkunde auch den Hinweis, dass in Rembrücken schon vor 1268 mindestens ein Bauernhof war. Das Gelübde von Hartlieb und seiner Frau wurde nach seinem Tod von der Familie weitergelebt. 

Rembrücken lag damals im geistlichen Gebiet des vom Hl. Bonifatius im 8. Jahrhundert gegründeten und bis 1803 bestehenden Erzbistums Mainz, das ab 1803 zum heutigen Bistum Mainz wurde. 1268 war Werner von Eppstein Erzbischof, Kurfürst und Erzkanzler von Mainz. Er spielte im Interregnum von 1245 bis 1273, der kaiserlosen Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, eine wichtige Rolle.

Die weltliche Obrigkeit von Rembrücken hatten 1268 die Herren von Hagenhusen (Hainhausen) inne und ab 1425 bis 1803 waren es die Erzbischöfe von Mainz, die in ihrer Würde als Kurfürsten von Mainz alle Ortschaften im Bezirk des "Amts Steinheim", dazu gehörte auch das Dorf Rembrücken, kauften.

Seit 1803 gehört Rembrücken zu Hessen, Kreis Offenbach am Main, und ist seit 1977 Stadtteil von Heusenstamm.

E-Mail:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

750 Jahre Rembrücken 1268 - 2018

Festgottesdienst mit dem

Bischof von Mainz, Dr. Peter Kohlgraf,

6. Mai 2018, 10 Uhr,  Kirche Mariä Opferung
mit Übertragung in das Festzelt auf dem Dorfplatz und in das Internet 

Uraufführung der Rembrücker Messe
Komposition Thomas Gabriel 
Chor Jubilate Deo
Orgel Thomas Gabriel
Leitung: Nathalia Steinwachs

Leitmotiv der Liturgie: „Bei der Aussaat“

Alle Menschen sind herzlich eingeladen!

750 Jahre Rembrücken

Downloads

Scroll to top